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Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf nimmt in Heimsheim bundesweit erstes FSC-Zertifikat für nachhaltige Holzprodukte in einer Justizvollzugsanstalt entgegen.

Datum: 22.09.2016

Kurzbeschreibung: Wolf: „Das FSC-Zertifikat ist nicht nur ein Beleg für nachhaltige Produktion, sondern auch eine Auszeichnung für die Qualität des Vollzuglichen Arbeitswesens in Baden-Württemberg.“

Die Justizvollzugsanstalt Heimsheim hat als bundesweit erste Justizvollzugsanstalt für Produkte aus ihrem Betrieb des Vollzuglichen Arbeitswesens ein Zertifikat für nachhaltige Produktion erhalten. Der Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, nahm am Donnerstag in Heimsheim eine Urkunde zur Produktkettenzertifizierung des Forest Stewardship Council (FSC) Deutschland entgegen.

 

Minister Wolf sagte: „Die Betriebe des Vollzuglichen Arbeitswesens nehmen einen hohen Stellenwert in der Gestaltung des baden-württembergischen Justizvollzugs ein. Im baden-württembergischen Justizvollzugsgesetzbuch ist geregelt, dass Gefangene zur Arbeit verpflichtet sind. Diese gesetzliche Verpflichtung ist kein Selbstzweck. Nein, sie ist nach unserer Überzeugung für eine erfolgreiche Resozialisierung von ganz zentraler Bedeutung. Daher halten wir bewusst an der Arbeitspflicht für Gefangenen fest. Die Gefangenen arbeiten in modern ein-gerichteten Betrieben. Sie produzieren Möbel in den Schreinereien, sie drucken Broschüren und Bücher in den Druckereien, arbeiten in metall-verarbeitenden Betrieben oder produzieren wie hier nachhaltige Naturschutzprodukte. Das FSC-Zertifikat ist daher nicht nur ein Beleg für nachhaltige Produktion, sondern auch eine Auszeichnung für die Qualität des Vollzuglichen Arbeitswesens in Baden-Württemberg.“

 

Das Vollzugliche Arbeitswesen der JVA Heimsheim produziert seit einigen Jahren nachhaltige Naturschutzprodukte, zum Beispiel Nistkästen für verschiedene Vogelarten und Hummelburgen, die in Zusammenarbeit mit dem BUND Deutschland entwickelt wurden. Neben Privathaushalten zählen auch Firmen, die beispielsweise im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen größere Stückzahlen erwerben, zu den Kunden. In den vergangenen Monaten kam beim BUND – aber auch bei Kunden – immer wieder die Frage auf, ob eine FSC-Zertifizierung zum Nachweis der nachhaltigen Herstellung in Betracht käme.

 

„Um dem Ziel des Naturschutzes und dem Gedanken der Nachhaltigkeit eine möglichst hohe Verbindlichkeit zu verleihen, hat sich die Justizvollzugsanstalt Heimsheim für die FSC-Zertifizierung entschieden. Damit besteht für die Kunden die Sicherheit, dass das Holz für unsere Naturschutzprodukte aus ausschließlich nachhaltiger Waldwirtschaft bezogen wird“, erläuterte Minister Wolf.

 

 

Hintergrundinformationen:

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses hat der TÜV die Voraussetzungen für die FSC-Zertifizierung der Naturschutzprodukte geprüft. Der FSC wurde als unabhängige, gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisation 1993 als ein Ergebnis der Konferenz „Umwelt und Entwicklung" in Rio de Janeiro gegründet. In FSC-zertifizierten Wäldern wird Holz nach hohen ökologischen und sozialen Standards produziert. Um sicherzustellen, dass Produkte, die das FSC-Label tragen, auch tatsächlich aus den entsprechenden Rohstoffen hergestellt wurden, setzt der FSC das Instrument der Produktkettenzertifizierung ein. Dazu muss jedes Unternehmen in der Produktkette, vom Wald bis zum Endkunden, ein innerbetriebliches Verfahren aufbauen, das sicherstellt, dass FSC-zertifizierte Materialien jederzeit identifizierbar bleiben.

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